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Bo Ralph zu Besuch in Greifswald
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Thomas Thorild (1759- 1808)

Thomas Thorild (1759- 1808)

Die Gemeinde Neuenkirchen wird aus Anlass des 200. Todestages von Thomas Thorild am 3. Oktober 2008 unweit seines Grabes einen Platz nach ihm benennen und eine Skulptur aufstellen. Thomas Thorild war Schriftsteller, Philosoph, Gesellschaftskritiker, Universitätsgelehrter. 1788 verteidigte er seine Thesen über Montesquieu in der Aula der Universität Uppsala. Ihre Majestät, König Gustav III, befand sich ebenfalls in der Aula. Welche Ehre! Thorild stand für Originalität, er war Anhänger der Aufklärung. Noch heute steht über dem Eingang zur Aula „Frei zu denken ist groß, doch richtig zu denken ist größer“ Nach der Ermordung Gustav III verschärfte sich das Klima in Schweden. Thomas Thorild, der „frei und richtig“ denken wollte, warnte die Herrschenden davor, überfällige Reformen zu verzögern. Er kam vor Gericht und wurde für vier Jahre des Landes verwiesen. Welch Schande für sein geliebtes Vaterland!

Dieses Schicksal führte ihn schließlich nach Greifswald.
Hier angekommen wurde er im Jahr 1795 Professor für Literatur und Bibliothekar an der Greifswalder Universität und blieb dies bis zu seinem Tod. 1808 starb Thomas Thorild und wurde in Neuenkirchen begraben. An seinem Grab findet man heute auch die Namen seiner Tochter Hilda und des Schwiegersohns J. Florello. In Schweden fand man bis vor einem halben Jahrhundert Gedichte von ihm in den Lehrbüchern, eine Anzahl von Schulen wurde nach ihm benannt und in Stockholm fährt man mit der U-Bahn in nordwestliche Richtung in die Station „Thorildplan“ ein, in der einige seiner Gedichtzeilen an den Wänden zu lesen sind. Begegnungen mit Gymnasiasten von heute verraten allerdings, dass sein Name in Vergessenheit gerät, wenngleich sich Literaturwissenschaftler immer wieder an ihm versuchten und zu ganz verschiedenen Interpretationen seines Lebenswerkes kamen.

Ein Denkmal in jüngerer Zeit setzte ihm der schwedische Bildungspolitiker, Schriftsteller und Reichstagsabgeordete Stellan Arvidsson (1902-1997 ) durch die Veröffentlichung von zwei Bänden über Thomas Thorilds Leben und Werk. Arvidsson hatte in den 70 und 80 Jahren als Gastprofessor in Greifswald Interesse für Thomas Thorild geweckt. Unlängst wurde in Thorilds Heimatregion in Munkedal nahe Göteborg eine Thomas-Thorild-Gesellschaft gegründet. Es sind wohl neben einigen seiner Schriften seine Streitlust, sein Intellekt und sein Schicksal, die immer wieder dazu führen, dass man sich seiner erinnert und ihn den neuen Generationen vor Augen führen möchte. Die Idee für einen Thomas-Thorild-Platz in Neuenkirchen ist daher durchaus zeitgemäß! 

Einige Zeilen von Thomas Thorild